Startseite> Das sind wir> CVJM-Wochenende

Das sind wir

CVJM-Wochenende

 

Zwischen Resilienz, Wanderwegen und dem geheimen Code zum Getränkeschrank

 

Einblicke in das CVJM Wochenende 2027 im Elbsandsteingebirge

 

Einmal im Jahr heißt es beim CVJM in Leipzig: Koffer packen, Büro verlassen und gemeinsam auf Reisen gehen!

 

Denn auch Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche brauchen gelegentlich eine Auszeit vom Alltag. Wobei „Auszeit“ beim CVJM natürlich nicht bedeutet, dass man einfach nur gemütlich irgendwo herumsitzt. Schließlich gibt es viel zu besprechen, zu lernen, zu lachen, zu wandern – und offenbar auch einen äußerst anspruchsvollen Getränkeschrank-Code zu memorieren.

 

In diesem Jahr führte uns unser gemeinsames Wochenende in die wunderschöne Sächsische Schweiz, genauer gesagt nach Naundorf bei Stadt Wehlen. Unser Zuhause für diese Tage war die Familienferienstätte Sankt Ursula.

 

Und eines können wir vorwegnehmen: Die Sächsische Schweiz hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Landschaftlich war sie jedenfalls eindeutig eine gute Wahl!

 

Psychohygiene statt Bürohygiene

 

Unser Wochenende stand in diesem Jahr unter einem Thema, das vermutlich jede und jeder gebrauchen kann: Psychohygiene, Selbstfürsorge und Resilienz.

 

Denn wer viel mit Menschen arbeitet, Verantwortung übernimmt, Projekte plant, Gruppen begleitet, Veranstaltungen organisiert und nebenbei versucht, den Überblick über E-Mails, Termine und das eigene Leben zu behalten, sollte sich gelegentlich auch um sich selbst kümmern.

 

Unter fachkundiger Begleitung von Romy Nestler beschäftigten wir uns deshalb in einem Workshop mit dem Thema Resilienz. Dabei ging es um die Frage, wie wir mit Belastungen umgehen, was uns stärkt und wie wir unsere inneren Akkus wieder aufladen können.

 

Und vielleicht war genau das die Erkenntnis des Wochenendes: Resilienz bedeutet nicht, dass einem alles egal ist und man unbeeindruckt durch jede Krise spaziert. Vielmehr geht es darum, mit den Herausforderungen des Lebens gut umzugehen, die eigenen Ressourcen wahrzunehmen und rechtzeitig dafür zu sorgen, dass der eigene Akku nicht irgendwann bei drei Prozent blinkt.

 

Theorie trifft Wanderstiefel

 

Natürlich kann man über Selbstfürsorge hervorragend sprechen. Man kann aber auch einfach die Wanderschuhe anziehen und loslaufen. Und genau das haben wir getan.

 

Bei einer Wanderung durch das Elbsandsteingebirge konnten wir erleben, was es bedeutet, den Kopf einmal frei zu bekommen. Zwischen Felsen, Wald und beeindruckenden Ausblicken wurde schnell deutlich: Manchmal braucht es gar kein kompliziertes Resilienzmodell. Ein schöner Weg, gute Gespräche und frische Luft können schon erstaunlich viel bewirken.

 

Wobei natürlich auch beim Wandern die Erkenntnis reifte: Resilienz ist, wenn man nach dem dritten Anstieg immer noch behauptet, dass es „gleich geschafft“ ist.

 

Spielen, lachen und gemeinsam Zeit verbringen

 

Neben den inhaltlichen Einheiten blieb natürlich auch genügend Zeit für das, was bei einem solchen Wochenende mindestens genauso wichtig ist: Gemeinschaft.

 

Wir haben gespielt, gelacht, erzählt und einfach Zeit miteinander verbracht.

 

Denn im normalen Arbeitsalltag begegnet man sich häufig zwischen Tür und Angel, im Büro, bei Besprechungen oder mit einem Telefon in der Hand. Ein gemeinsames Wochenende bietet dagegen die Gelegenheit, Menschen noch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen.

 

Und natürlich darf bei einem CVJM-Wochenende auch das gemeinsame Essen nicht fehlen.

Wir wurden hervorragend versorgt und konnten uns kulinarisch verwöhnen lassen. So wurde auch die Frage der Selbstfürsorge ganz praktisch beantwortet:

Manchmal ist Selbstfürsorge eben auch ein wirklich gutes Essen.

 

Die Sache mit dem Getränkeschrank

 

Eine besondere Herausforderung stellte allerdings der Getränkeschrank dar.

Denn dieser war nicht einfach zu öffnen. Nein.

Er verfügte über einen Code. Mit diesem gelangte man dann an einen Schlüssel um einen Schrank öffnen zu können.

 

Und dieser Code musste natürlich zuverlässig im Gedächtnis abgespeichert werden.

Was sich zunächst nach einer Kleinigkeit anhört, entwickelte sich beinahe zu einer praktischen Resilienzübung. Konzentration, Merkfähigkeit, Zusammenarbeit und die Fähigkeit, in angespannten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren, wurden gleichermaßen gefordert.

 

Am Ende konnten wir den Code tatsächlich auswendig.

Ob das nun ein Erfolg der Psychohygiene oder der Gruppendynamik war, lässt sich wissenschaftlich vermutlich nicht abschließend klären.

Fest steht aber:

Wir kamen an die Getränke.

Und damit war die Übung erfolgreich.

 

Ein Gottesdienst in der Werkstatt

 

Ein besonderer Höhepunkt unseres Wochenendes war außerdem unser gemeinsamer Werkstattgottesdienst. In einer etwas anderen, kreativen Form konnten wir gemeinsam innehalten, nachdenken, feiern und unseren Glauben miteinander teilen.

 

Gerade inmitten eines Wochenendes, das sich mit Selbstfürsorge und Resilienz beschäftigte, war dieser Moment besonders wertvoll. Denn auch der Glaube kann eine Quelle sein, aus der Menschen Kraft, Hoffnung und Orientierung schöpfen.

 

Ein Wochenende, das bleibt

 

So verging die gemeinsame Zeit viel zu schnell.

Wir haben gearbeitet, gelernt, diskutiert, gewandert, gespielt, gegessen, gelacht, Gottesdienst gefeiert – und natürlich erfolgreich den Getränkeschrank bezwungen.

Vor allem aber haben wir eine richtig gute gemeinsame Zeit erlebt.

 

Und doch gibt es einen Wermutstropfen:

Wir bedauern sehr, dass die Familienferienstätte Sankt Ursula in Naundorf zum Ende November schließen wird.

Unser Wochenende dort hat uns gezeigt, welch schöner Ort dies ist. Die besondere Lage mitten in der beeindruckenden Natur, die Atmosphäre des Hauses und die Möglichkeit, als Gruppe gemeinsam Zeit zu verbringen, haben unser Wochenende sehr bereichert.

 

Daher bleibt uns am Ende vor allem eines zu sagen:

 

Danke, Sankt Ursula, für die schöne Zeit!

 

Wir nehmen viele gute Gespräche, neue Impulse, schöne Erinnerungen und vielleicht sogar ein kleines bisschen mehr Resilienz mit nach Leipzig.

 

Und den Code vom Getränkeschrank?

Den vergessen wir natürlich niemals.

Das wäre schließlich völlig unresilient.

 

Holger Seidel